Hypnose bei Panikattacken & Angstreaktionen.

Herzrasen, Schwindel, Atemnot oder plötzlich aufkommende Angst? Erfahre, wie körperliche Angstreaktionen entstehen und wie Hypnose unterstützend eingesetzt werden kann.

Hypnose bei Panikattacken und körperlichen Angstreaktionen

Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt

Das Herz beginnt schneller zu schlagen. Die Atmung verändert sich. Vielleicht wird dir schwindlig oder übel. Du spürst Druck auf der Brust, ein Kribbeln, Zittern oder eine plötzlich aufsteigende Hitze.

Und fast gleichzeitig entsteht der Gedanke:

„Was passiert gerade mit mir?“

Vielleicht folgt:

„Ich bekomme keine Luft.“

„Ich kippe gleich um.“

„Ich verliere die Kontrolle.“

oder sogar:

„Mit meinem Herzen stimmt etwas nicht.“

Innerhalb kurzer Zeit kann aus einer zunächst harmlosen Körperempfindung eine intensive Angstreaktion entstehen.

Genau das macht Panikattacken für viele Menschen so belastend: Sie fühlen sich nicht wie ein Gedanke an.

Sie fühlen sich körperlich vollkommen real an.

Und das sind sie auch. Die körperlichen Reaktionen sind tatsächlich vorhanden – auch wenn keine äussere Gefahr besteht.

Hypnose kann eine Möglichkeit sein, mit solchen automatisierten körperlichen und emotionalen Reaktionen zu arbeiten.

Dabei geht es nicht darum, Symptome einfach „wegzusuggerieren“, sondern darum, die Verbindung zwischen Körperempfindung, Bewertung und Angstreaktion zu verändern.

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende intensive Angst- oder Alarmreaktion.

Typische körperliche Symptome können sein:

  • Herzrasen oder stark wahrnehmbarer Herzschlag

  • Atemnot oder das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen

  • Druck oder Enge auf der Brust

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Zittern

  • Schwitzen

  • Hitze- oder Kältegefühle

  • Übelkeit oder Magenbeschwerden

  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle

  • Gefühl von Unwirklichkeit

  • Unsicherheit auf den Beinen

Hinzu kommen häufig Gedanken oder Befürchtungen wie:

  • „Ich verliere die Kontrolle.“

  • „Ich werde ohnmächtig.“

  • „Ich bekomme einen Herzinfarkt.“

  • „Ich drehe durch.“

  • „Ich muss hier sofort raus.“

  • „Das hört nicht mehr auf.“

Das amerikanische National Institute of Mental Health beschreibt Panikattacken entsprechend als plötzliche Wellen intensiver Angst oder starken Unbehagens, die auch auftreten können, wenn keine eindeutige Gefahr vorhanden ist.

Wichtig ist jedoch:

Eine einzelne Panikattacke bedeutet nicht automatisch, dass eine Panikstörung vorliegt.

Von einer Panikstörung spricht man erst dann, wenn bestimmte diagnostische Kriterien erfüllt sind – beispielsweise wiederkehrende unerwartete Panikattacken und eine anhaltende Sorge vor weiteren Attacken oder entsprechende Verhaltensveränderungen.

Eine solche Diagnose gehört in die Hände entsprechend qualifizierter medizinischer oder psychotherapeutischer Fachpersonen.

Warum kann Angst so körperlich werden?

Angst ist keine rein gedankliche Reaktion.

Sie ist ein biologischer Schutzmechanismus.

Wenn unser Gehirn eine mögliche Gefahr erkennt, kann das autonome Nervensystem innerhalb kürzester Zeit den Organismus auf Handeln vorbereiten.

Der Herzschlag verändert sich.

Die Atmung verändert sich.

Muskeln werden aktiviert.

Die Aufmerksamkeit wird enger.

Der Körper stellt Energie bereit.

Das ist grundsätzlich sinnvoll.

Problematisch wird es, wenn dieses Alarmsystem aktiviert wird, obwohl keine tatsächliche Gefahr vorhanden ist – oder wenn die körperliche Alarmreaktion selbst als gefährlich interpretiert wird.

Die Angst vor der Angst

Bei Panikattacken kann dadurch ein Kreislauf entstehen:

Körperempfindung → bedrohliche Bewertung → Angst → stärkere Körperempfindung → noch stärkere Angst

Ein Beispiel:

Du bemerkst, dass dein Herz etwas schneller schlägt.

Der Gedanke entsteht:

„Warum schlägt mein Herz so schnell?“

Du beginnst genauer hinzuhören.

Der Herzschlag wird dadurch noch deutlicher wahrnehmbar.

Dann folgt:

„Vielleicht stimmt etwas nicht.“

Die Angst steigt.

Das Nervensystem reagiert.

Der Herzschlag nimmt weiter zu.

Nun scheint der Körper die Befürchtung zu bestätigen:

„Ich wusste doch, dass etwas nicht stimmt.“

Innerhalb kurzer Zeit kann daraus eine starke Panikreaktion entstehen.

Dieses Phänomen wird in der Forschung unter anderem im Zusammenhang mit Interozeption untersucht – also der Wahrnehmung von Vorgängen und Signalen aus dem eigenen Körper.

Gerade bei Panikstörungen zeigen Studien häufig eine besonders starke Aufmerksamkeit gegenüber bestimmten inneren Körperempfindungen und eine erhöhte Angst vor deren Bedeutung.

Warum entstehen Panikattacken manchmal scheinbar aus dem Nichts?

Das ist eine der häufigsten Fragen.

Viele Betroffene berichten:

„Ich habe an gar nichts gedacht. Plötzlich war die Panik einfach da.“

Das ist durchaus möglich.

Unser Gehirn verarbeitet sehr viele Informationen, ohne dass wir diese bewusst wahrnehmen.

Auslöser können deshalb beispielsweise sein:

  • eine leichte Veränderung des Herzschlags

  • eine bestimmte Atemempfindung

  • Wärme

  • Schwindel

  • Müdigkeit

  • Koffein

  • Stress

  • Enge

  • bestimmte Orte

  • Gerüche

  • Erinnerungen

  • Erwartungen

  • unbewusst wahrgenommene Ähnlichkeiten mit früheren Situationen

Der bewusste Gedanke muss dabei nicht am Anfang stehen.

Manchmal kommt zuerst die Körperreaktion.

Erst danach versucht der Verstand zu erklären, was gerade passiert.

Genau deshalb hilft der Satz:

„Denk einfach positiv.“

bei starken automatischen Angstreaktionen häufig wenig.

Wie kann Hypnose bei körperlichen Angstreaktionen unterstützen?

Hypnose ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem innere Vorstellungen, Erinnerungen, Emotionen und körperliche Wahrnehmungen besonders intensiv zugänglich sein können.

Du schläfst dabei nicht und gibst auch nicht die Kontrolle ab.

Du kannst hören, sprechen und jederzeit reagieren.

Bei Panik und körperlichen Angstreaktionen kann Hypnose beispielsweise genutzt werden, um:

  • automatische Reaktionen bewusster wahrzunehmen

  • die Bedeutung bestimmter Körperempfindungen zu verändern

  • belastende Erwartungsmuster zu bearbeiten

  • innere Ressourcen besser zugänglich zu machen

  • körperliche Empfindungen zu erleben, ohne sie automatisch als Gefahr zu interpretieren

  • angstauslösende Situationen in einem kontrollierten Rahmen mental zu bearbeiten

  • neue Reaktionsmöglichkeiten zu entwickeln

Das Ziel lautet dabei nicht unbedingt:

„Mein Körper darf nie mehr mit Angst reagieren.“

Ein sinnvolleres Ziel kann sein:

„Mein Körper darf reagieren – aber ich muss daraus keine Panik entwickeln.“

Dieser Unterschied ist entscheidend.

Wie läuft die Arbeit bei calmego ab?

1. Wir schauen uns deine Angstreaktionen genau an

Im ersten Schritt möchte ich verstehen, wie deine Reaktion tatsächlich abläuft.

Was bemerkst du zuerst?

Herzklopfen?

Schwindel?

Eine Veränderung der Atmung?

Übelkeit?

Enge?

Unwirklichkeitsgefühle?

Oder zunächst einen Gedanken?

Wir schauen auch darauf, in welchen Situationen die Reaktion auftritt.

Beim Autofahren?

Im Zug?

In einem Restaurant?

In Menschenmengen?

Beim Einschlafen?

Während eines Meetings?

Beim Sport?

Oder scheinbar vollkommen unerwartet?

Je genauer wir verstehen, wie deine persönliche Angstspirale funktioniert, desto gezielter können wir damit arbeiten.

2. Wir nehmen dem körperlichen Alarm etwas von seiner Bedrohlichkeit

Ein wichtiger Schritt besteht häufig darin zu verstehen:

Eine unangenehme Körperreaktion ist nicht automatisch eine gefährliche Körperreaktion.

Herzklopfen ist zunächst Herzklopfen.

Schwindel ist zunächst Schwindel.

Eine veränderte Atmung ist zunächst eine veränderte Atmung.

Oft entsteht ein wesentlicher Teil der Angst erst durch die Interpretation:

„Das darf nicht passieren.“

oder:

„Wenn das stärker wird, verliere ich die Kontrolle.“

Gerade in der wissenschaftlich gut untersuchten Behandlung von Panikstörungen spielt deshalb die Arbeit mit der Angst vor körperlichen Empfindungen eine wichtige Rolle.

3. Hypnose und automatisierte Reaktionen

In Hypnose können wir mit Situationen oder Körperempfindungen arbeiten, die mit der Angst verbunden sind.

Dabei geht es nicht darum, etwas gegen deinen Willen hervorzurufen.

Vielmehr können wir untersuchen:

Was passiert, wenn eine bestimmte Empfindung auftaucht?

Welche Bedeutung bekommt sie?

Welche Erwartung folgt unmittelbar darauf?

Und welche alternative Reaktion wäre möglich?

Ein Beispiel:

Bisher:

Herzklopfen → Gefahr → Kontrolle verlieren → Panik

Ein mögliches neues Muster:

Herzklopfen → wahrnehmen → einordnen → zulassen → Reaktion klingt wieder ab

Das klingt zunächst simpel.

In einer Panikreaktion kann dieser Unterschied jedoch entscheidend sein.

4. Den Körper wieder wahrnehmen können, ohne ihn ständig kontrollieren zu müssen

Viele Menschen beginnen nach einigen Panikattacken ihren Körper intensiv zu überwachen.

Sie prüfen:

„Wie schlägt mein Herz?“

„Atme ich normal?“

„Wird mir schwindlig?“

„Ist dieses Gefühl schon der Beginn einer Attacke?“

Paradoxerweise kann diese ständige Kontrolle dazu führen, dass kleine normale Schwankungen des Körpers immer deutlicher wahrgenommen werden.

Und je stärker die Aufmerksamkeit auf mögliche Warnzeichen gerichtet ist, desto bedrohlicher können diese erscheinen.

Ein Ziel der Arbeit kann deshalb sein, Körperempfindungen wieder wahrnehmen zu können, ohne jede Veränderung sofort bewerten oder kontrollieren zu müssen.

Was ist interozeptive Exposition?

Für Panikstörungen gibt es eine besonders interessante und gut untersuchte Behandlungskomponente: die interozeptive Exposition.

Dabei werden bestimmte harmlose körperliche Empfindungen, vor denen eine Person Angst hat, bewusst und kontrolliert hervorgerufen.

Das können beispielsweise Empfindungen sein, die an Schwindel, einen schnelleren Puls oder eine veränderte Atmung erinnern.

Das Ziel besteht nicht darin, jemanden möglichst stark zu ängstigen.

Die Erfahrung soll vielmehr ermöglichen:

„Ich kann diese Körperempfindung haben, ohne dass die befürchtete Katastrophe eintritt.“

Dadurch kann sich die gelernte Verbindung zwischen:

Körperempfindung = Gefahr

nach und nach verändern.

Interozeptive Exposition wurde ursprünglich speziell für die Behandlung von Panikstörungen entwickelt und gehört heute zu den wissenschaftlich gut etablierten Elementen kognitiv-verhaltenstherapeutischer Behandlung.

Welche Übungen therapeutisch sinnvoll oder medizinisch geeignet sind, muss individuell beurteilt werden.

Hypnose und Exposition – ist das dasselbe?

Nein.

Hypnose und Exposition sind unterschiedliche Verfahren.

Es gibt jedoch Überschneidungen.

In Hypnose kann beispielsweise eine Situation intensiv imaginiert werden. Dadurch können bestimmte Emotionen und Körperreaktionen aktiviert werden, ohne dass man sich tatsächlich in der realen Situation befindet.

Diese Reaktionen können anschliessend in einem kontrollierten Rahmen bearbeitet werden.

Ich sehe Hypnose deshalb nicht als magische Alternative zu wissenschaftlich etablierten Verfahren.

Interessanter finde ich die Frage:

Wie können wir Erkenntnisse über Angst, Körperwahrnehmung, Lernen und Exposition sinnvoll mit hypnotischer Arbeit verbinden?

Wie gut sind die Erfolgschancen?

Hier ist eine klare Unterscheidung wichtig.

Panikstörungen können grundsätzlich gut behandelt werden

Für die Behandlung einer diagnostizierten Panikstörung gibt es eine umfangreiche wissenschaftliche Datenlage.

Besonders gut untersucht ist die kognitive Verhaltenstherapie mit Komponenten wie:

  • Psychoedukation

  • kognitiver Arbeit

  • Exposition gegenüber angstauslösenden Situationen

  • interozeptiver Exposition gegenüber gefürchteten Körperempfindungen

Internationale Leitlinien empfehlen kognitive Verhaltenstherapie entsprechend als zentrale psychologische Behandlung bei Panikstörungen.

In einzelnen klinischen Studien wurden nach kognitiv-verhaltenstherapeutischer oder interozeptiver Behandlung hohe Anteile panikfreier Teilnehmender beobachtet.

Diese Zahlen dürfen allerdings nicht als allgemeine Erfolgsgarantie verstanden werden. Studien unterscheiden sich hinsichtlich Teilnehmergruppen, Definition von Behandlungserfolg, Dauer und Methodik.

Wie sieht es speziell mit Hypnose aus?

Hier ist die Datenlage deutlich zurückhaltender.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2019 untersuchte 15 Studien mit insgesamt 17 kontrollierten Vergleichen zur Anwendung von Hypnose bei Angst.

Insgesamt zeigte sich eine relevante Reduktion von Angstsymptomen. Hypnose schnitt besonders dann gut ab, wenn sie mit anderen psychologischen Verfahren kombiniert wurde.

Die untersuchten Studien betrafen jedoch unterschiedliche Formen von Angst.

Daraus lässt sich keine konkrete Erfolgsquote für Hypnose bei Panikattacken ableiten.

Eine frühere systematische Übersichtsarbeit speziell zu Hypnose bei Angst- und phobischen Störungen fand nur sehr wenige kontrollierte Untersuchungen. Für Panikstörungen war die Evidenz unzureichend, um eine spezifische Wirksamkeit von Hypnose zuverlässig zu belegen.

Deshalb halte ich Aussagen wie:

„Panikattacken mit Hypnose in zwei Sitzungen dauerhaft auflösen“

für wissenschaftlich nicht seriös.

Meine Haltung ist deshalb:

Hypnose kann ein unterstützender Ansatz bei automatisierten Angstreaktionen sein. Bei einer ausgeprägten Panikstörung sollte sie jedoch nicht als Ersatz für wissenschaftlich etablierte medizinische oder psychotherapeutische Behandlung dargestellt werden.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?

Das kann ich vor dem Erstgespräch nicht seriös vorhersagen.

Es macht einen grossen Unterschied, ob jemand beispielsweise gelegentlich eine starke Angstreaktion erlebt oder seit Jahren unter wiederkehrenden Panikattacken und ausgeprägtem Vermeidungsverhalten leidet.

Auch zusätzliche Faktoren spielen eine Rolle:

  • andere Ängste

  • Depression

  • starke gesundheitliche Sorgen

  • traumatische Erfahrungen

  • chronischer Stress

  • Medikamenteneinnahme

  • körperliche Erkrankungen

  • Agoraphobie

Nach einem ersten Gespräch lässt sich meist besser einschätzen, welches Vorgehen sinnvoll sein könnte.

Muss ich lernen, meine Atmung zu kontrollieren?

Nicht unbedingt.

Atemtechniken können manchen Menschen helfen.

Bei Panik kann jedoch auch daraus ein Kontrollverhalten entstehen:

„Ich darf nur richtig atmen, sonst bekomme ich eine Attacke.“

Dann entsteht eine neue Abhängigkeit.

Das Ziel sollte deshalb nicht sein, den eigenen Körper permanent regulieren zu müssen.

Langfristig ist häufig hilfreicher:

„Auch wenn sich meine Atmung einmal verändert, kann ich damit umgehen.“

Atemübungen können somit ein Werkzeug sein – aber sie müssen nicht zur Voraussetzung für Sicherheit werden.

Kann eine Panikattacke gefährlich sein?

Panikattacken können sich extrem bedrohlich anfühlen.

Symptome wie Herzrasen, Brustschmerz, Schwindel oder Atemnot können allerdings auch körperliche Ursachen haben.

Deshalb gilt:

Neu auftretende, ungewöhnlich starke oder medizinisch nicht abgeklärte Beschwerden sollten nicht automatisch als Panikattacke interpretiert werden.

Besonders bei Brustschmerzen, ausgeprägter Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder anderen akuten Beschwerden ist eine medizinische Abklärung wichtig.

Wenn körperliche Ursachen abgeklärt wurden und sich wiederkehrende Angstreaktionen zeigen, kann anschliessend gezielt mit den psychologischen und körperlichen Mechanismen der Angst gearbeitet werden.

Was ist, wenn ich Angst vor der nächsten Panikattacke habe?

Genau diese sogenannte Erwartungsangst kann zum eigentlichen Problem werden.

Nach einer starken Panikattacke entsteht verständlicherweise der Wunsch:

„Das darf nie wieder passieren.“

Von nun an beginnt man möglicherweise, Situationen zu vermeiden.

Man fährt nicht mehr Autobahn.

Geht nicht mehr ins Kino.

Bleibt lieber zu Hause.

Vermeidet öffentliche Verkehrsmittel.

Treibt keinen Sport mehr, weil der schnelle Puls Angst macht.

Oder sucht immer einen Ausgang.

Kurzfristig erzeugt Vermeidung Erleichterung.

Langfristig kann sie dem Gehirn jedoch vermitteln:

„Gut, dass wir diese Situation vermieden haben – sie muss tatsächlich gefährlich sein.“

Dadurch kann der Lebensraum immer kleiner werden.

Ein wichtiges Ziel ist deshalb, nicht nur die Attacke selbst zu betrachten, sondern auch das Verhalten, das sich rund um die Angst entwickelt hat.

Die entscheidende Veränderung ist nicht unbedingt „keine Angst mehr“

Viele Menschen kommen mit dem verständlichen Wunsch:

„Ich möchte diese Gefühle nie wieder haben.“

Das Problem ist:

Je wichtiger es wird, eine bestimmte Körperempfindung unbedingt zu verhindern, desto stärker beobachtet man den Körper.

Und desto bedrohlicher kann bereits die kleinste Veränderung erscheinen.

Ein möglicherweise hilfreicherer innerer Satz lautet deshalb:

„Ich muss diese Empfindung nicht mögen. Aber ich kann sie aushalten.“

Oder:

„Mein Körper darf reagieren – ich bin dieser Reaktion nicht ausgeliefert.“

Dadurch verliert die körperliche Empfindung allmählich einen Teil ihrer Macht.

Wann ist professionelle medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung besonders wichtig?

Eine weitergehende Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • Panikattacken häufig auftreten

  • dein Alltag deutlich eingeschränkt ist

  • du zunehmend Situationen vermeidest

  • du deine Wohnung kaum noch verlassen kannst

  • eine Panikstörung oder Agoraphobie vermutet wird

  • Depressionen oder andere psychische Erkrankungen hinzukommen

  • du Medikamente oder Alkohol zur Angstbewältigung einsetzt

  • körperliche Beschwerden medizinisch noch nicht abgeklärt wurden

Bei einer diagnostizierten Panikstörung gehört die kognitive Verhaltenstherapie zu den am besten untersuchten psychotherapeutischen Behandlungen.

Hypnose kann je nach Situation ergänzend eingesetzt werden, ersetzt aber keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Wenn der Körper nicht mehr dein Gegner sein muss

Panik kann dazu führen, dass man dem eigenen Körper immer weniger vertraut.

Jeder Herzschlag wird beobachtet.

Jeder Schwindel wird bewertet.

Jede ungewöhnliche Empfindung wird zum möglichen Vorboten der nächsten Attacke.

Dadurch entsteht manchmal ein regelrechter Kampf gegen den eigenen Körper.

Vielleicht muss das Ziel aber nicht sein, den Körper vollständig unter Kontrolle zu bekommen.

Vielleicht geht es vielmehr darum, wieder zu erfahren:

Mein Körper kann intensiv reagieren – und trotzdem bin ich sicher.

Eine Empfindung darf kommen und wieder gehen.

Ich muss sie nicht bekämpfen.

Und ich kann lernen, anders auf sie zu reagieren.

Genau an solchen automatisierten Reaktionen können wir gemeinsam arbeiten.

Kostenloses Erstgespräch in Kreuzlingen

In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns deine Situation genauer an.

Wir besprechen:

  • welche körperlichen Reaktionen auftreten

  • wann die Angst beginnt

  • welche Situationen du möglicherweise bereits vermeidest

  • welche medizinischen oder therapeutischen Abklärungen erfolgt sind

  • ob und wie Hypnose für deine Situation sinnvoll eingesetzt werden könnte

Das Erstgespräch kann in meiner Praxis in Kreuzlingen, telefonisch oder online stattfinden.

Wissenschaftliche Quellen

Valentine KE, Milling LS, Clark LJ, Moriarty CL.
The Efficacy of Hypnosis as a Treatment for Anxiety: A Meta-Analysis.
International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 2019.

Meta-Analyse kontrollierter Studien zum Einsatz von Hypnose bei Angstsymptomen. Positive Gesamteffekte, insbesondere in Kombination mit anderen psychologischen Verfahren. Nicht spezifisch für Panikstörungen.

Pompoli A et al.
Dismantling Cognitive-Behaviour Therapy for Panic Disorder: A Systematic Review and Component Network Meta-Analysis.
Psychological Medicine, 2018.

Systematische Untersuchung verschiedener Komponenten der kognitiven Verhaltenstherapie bei Panikstörungen.

Pompoli A et al.
Comparative efficacy and acceptability of psychotherapies for panic disorder with or without agoraphobia: systematic review and network meta-analysis of randomised controlled trials.
British Journal of Psychiatry, 2022.

Umfangreiche Netzwerk-Meta-Analyse randomisierter Studien zu psychotherapeutischen Behandlungen bei Panikstörungen.

Farris SG, Derby L, Kibbey MM.
Getting Comfortable With Physical Discomfort: A Scoping Review of Interoceptive Exposure in Physical and Mental Health Conditions.
Psychological Bulletin, 2025.

Umfangreiche Übersicht zur interozeptiven Exposition und zur therapeutischen Arbeit mit gefürchteten Körperempfindungen.

Craske MG et al.
Interoceptive Exposure versus Breathing Retraining within Cognitive-Behavioural Therapy for Panic Disorder with Agoraphobia.

Randomisierte Untersuchung verschiedener Behandlungskomponenten bei Panikstörung und Agoraphobie. Die Variante mit interozeptiver Exposition zeigte bei mehreren Endpunkten Vorteile.

Arntz A.
Cognitive Therapy versus Interoceptive Exposure as Treatment of Panic Disorder without Agoraphobia.

Randomisierte Untersuchung von kognitiver Therapie und interozeptiver Exposition. Beide Verfahren führten zu deutlichen Verbesserungen.

Pelissolo A.
Hypnosis for Anxiety and Phobic Disorders: A Review of Clinical Studies.

Übersichtsarbeit zur klinischen Evidenz für Hypnose bei Angst- und phobischen Störungen. Die Arbeit verdeutlicht gleichzeitig die begrenzte spezifische Studienlage für einzelne Angststörungen.

National Institute for Health and Care Excellence (NICE).
Generalised anxiety disorder and panic disorder in adults: management.

Internationale klinische Leitlinie. Kognitive Verhaltenstherapie wird bei moderaten bis schweren Panikstörungen als psychologische Behandlung empfohlen.